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WES LandschaftsArchitektur

WES & Partner gewinnen Wettbewerb in Sachsen Anhalt

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01.06.2011
Im Rahmen eines Wettbewerbes wurden Lösungsvorschläge für die Nutzung, die Gestaltung der Oberflächen, die Ausstattung und die Begrünung der Freiräume im Innenstadtbereich der Goethestadt Bad Lauchstädt entwickelt. Sieger sind die Hamburger Landschaftsarchitekten WES & Partner: Schatz, Betz, Kaschke, Wehberg-Krafft in Zusammenarbeit mit Hans-Hermann Krafft.
Die hohe stadträumliche Qualität und der damit verbundene Denkmalwert ganzer Straßenzüge und Gebäude, neben einer Fülle von Einzeldenkmalen, bestimmen die hervorgehobene Rolle und Qualität von Bad Lauchstädt. Diesen Charakter nimmt der Siegerentwurf sensibel auf.



Heute befindet sich in Teilbereichen der Straßen und Gassen überwiegend helles, beigegelblich-rötlich changierendes Naturstein-Großpflaster, welches einen homogenen, reliefartigen Gesamteindruck vermittelt. Dieser Gesamteindruck des Stadtbodens wird als ein ortstypisches Element erkannt und konsequent umgesetzt.
Zunächst soll das vorhandene Pflaster in der Oberfläche geschnitten werden, um eine bessere Begehbarkeit und Befahrbarkeit in den Strassen und Gassen herzustellen. Das Thema der schmalen Borde wird aufgenommen und mit einer breiten Gosse aus Natursteinplatten kombiniert. Im Zusammenhang mit einem sehr dezenten und eleganten Großpflaster der gleichen Farbigkeit fügen sich die Gestaltungselemente zu einer markanten Einheit zusammen. Sowohl konstruktiv, als auch ästhetisch entsteht ein zurückhaltendes, den zukünftigen Stadtboden bestimmendes Element, welches Straßenraum und Gehweg markiert, die Linearität und das Fließen des Stadtraumes betont und hervorhebt ohne den homogenen Gesamteindruck zu verwässern.
In den Gehwegen wird das heute noch in Teilen vorhandene sehr charaktervolle Großpflaster im freien Verband, unterschiedlichen Formates interpretiert, indem dasselbe Material wie in den Strassen, „in passe“ und in der Oberfläche geschnitten, in verschiedenen Steingrößen verlegt wird. Das heute in Teilbereichen vorhandene kleine Mosaikpflaster findet nur im engen Traufbereich Anwendung. Auf der Marktplatzfläche wird ungeschnittenes Großpflaster verlegt.
Zur Hervorhebung der städtebaulich besonderen Lage erhalten das Rathaus und die Kirche keinen Gehweg oder Bord. Die Baukörper entfalten so ihre Wirkung als freigestellte Solitäre in dem Stadtgefüge. Der Brunnen mit dem vertikalen Element der Stele im Osten des Marktes bildet städtebaulich und gestalterisch ein "Gegenüber" zum Rathaus. Die Marktplatzostseite wird räumlich gestärkt und erfährt durch das Element Wasser eine Aufwertung in der Aufenthaltsqualität sowie der in der Gestaltung. Im Osten der Kirche entsteht ein kleiner Platz, der unter der vorhandenen großen Eiche zum Aufenthalt einlädt. Hier sind ein kleiner Brunnen und eine Bank vorgesehen.
An dem Parkeingang im Nordweste der Goethestraße werden die vorhandenen, historischen Stufen als Gestaltungselement aufgegriffen und um eine Rampe im Süden ergänzt, die mit den Stufen und dem anschließenden Fußweg verschleift, so dass dieser Zugang zu den Grünanlagen und zum Theater behindertenfreundlich ausgebildet ist.
Die Beleuchtung erfolgt über Mastaufsatz- und Wandleuchten eines zeitgemäßen Typs mit sehr schlichtem Aufsatz. Da an der Marktplatzsüdseite der Fußweg und die Fahrbahn zu breit sind, um sie mit Wandleuchten auszuleuchten, wird hier eine Mastleuchte verwendet. An der Marktplatznordseite und in den angrenzenden Straßen werden Wandleuchten installiert, die rückseitig mit diffusem Glas und Abblendvorrichtungen versehen werden, so dass es keine Blendungen in die Wohnungen geben wird.