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Kannenberg Architekten

Kirchlicher Friedhof St. Marien Wittstock

Neugestaltung des Eingangsbereiches und der Friedhofskapelle

2015
Durch jahrzehntelange Vernachlässigung während der DDR-Mangelwirtschaft und eine anspruchslose Verquickung mit den Wirtschaftsbereichen des örtlichen Gärtnereibetriebs vermittelte der Hauptzugang zum Friedhof und zugleich Vorplatz der Kapelle bis 2014 einen verwahrlosten und unwürdigen Eindruck.
Mit der Neugestaltung des Kapellenumfeldes und des Hauptzuganges zum St.-Marien-Friedhof sind die Wege und Aufenthaltsräume wieder qualitätvoll geordnet. Der Vorplatz von Kapelle und noch zu sanierendem Verwalterhaus ist durch eine CorTen-Stahl-Zaunanlage gefasst und markiert den Hauptzugang. Im Raster angeordnete Dachplatanen schaffen eine würdevolle Abstandszone für den Kapellenvorbereich, der noch durch eine offene Außenkapelle ergänzt werden wird. Die Wirtschaftswege und –gebäude sind durch Neustrukturierung und Einfassung selbstverständlicher Teil der Anlage.
Das Kapelleninnere war bis zur Sanierung dominiert von der Umgestaltung der 1950er Jahre. Die differenzierte Farbfassung der neogotischen Kapelle war auf eine weiße Tünche reduziert, die reiche Gestaltung der bauzeitlichen Schmuckdecke über einer Zwischendecke verborgen. Unabhängig von dieser Überformung war die Kapelle in einem beklagenswerten Zustand, der sich über die Mangelwirtschaft der DDR-Zeit bis in die jüngste Zeit erhalten hatte.
Anspruch der Sanierung war es, die Gestaltungen der Neogotik und der 1950er Jahre auf harmonische Weise zu verbinden. Die qualitätvollen Bleiverglasungen mit dem Ostermotiv im Erweiterungsteil der 1950er Jahre schaffen eine besinnliche Stimmung, die durch die sich bewegenden, farbigen Lichtflecken des südlichen Maßwerkfensters und die Lichtborde emotional gesteigert wird.
Das feste Gestühl, überzählig aus der Wittstocker Marienkirche hierher gebracht, schafft Ruhe und Ordnung. Über eine Rampenkonstruktion kann der Sarg die Kapelle durch den Hauptgang verlassen. Bei größeren Trauerfeiern bietet eine offene Außenkapelle erweiterten Sitzplatz und steht über die geöffneten Türen in Blickbeziehung zum Kapelleninneren.