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PETER W. SCHMIDT ARCHITEKT

1. Preis Realisierungswettbewerb Erweiterungsbau für das Staatsarchiv Bamberg

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20.01.2016
Für das Staatsarchiv Bamberg plant der Freistaat Bayern einen Erweiterungsbau zu errichten, dessen Nutzfläche fast ausschließlich für eine Magazinnutzung vorgesehen werden soll. Das Archivgebäude aus dem Jahre 1905 wurde 1961 um einen Magazinbau erweitert – an diesem soll nun der Neubau angebunden werden.

Das Wettbewerbsgrundstück befindet sich im Haingebiet der Stadt Bamberg, welches unter Ensembleschutz steht. Die umgebende Nachbarbebauung besteht vorwiegend aus einer gewachsenen, das Umfeld prägenden, Struktur von Villen und Mehrfamilienhäusern.

Das darin eingebettete und als Baudenkmal eingetragene Ensemble des Staatsarchivs bestehend aus Magazingebäude, Verwaltungsbau und Nebengebäude wird durch eine neobarocke Gartenanlage ergänzt.

Mit dem Entwurf des neuen Erweiterungsbaus wird ein präziser Stadtbaustein generiert, welcher unter Berücksichtigung der typologischen und städtebaulichen Einflussfaktoren das Ensemble in seiner Gesamtheit komplettiert. Dabei wird die besondere Topographie als Chance wahrgenommen und die „Grube“ mit einem Grundstück füllenden Sockelgeschoss besetzt, sodass sich das Motiv der historischen Mauer entlang der westlichen Ensemblegrenze im Neubau wiederfindet.

Während das klare Gebäudevolumen eine gewisse Ruhe und Selbstverständlichkeit ausstrahlt, soll die Gliederung der Fassade Assoziationen zu der Funktion als Archiv ermöglichen. Das Lagern, Schichten, und Stapeln wird durch die Lamellen aus Betonfertigteilen thematisiert und lesbar. Ein sich je nach Sonnenstand ergebendes Schattenspiel löst dabei die Massivität des Gebäudes auf und erzeugt eine gewisse Tiefe und Plastizität.

Der verglaste Einschnitt der Arbeitsräume liegt oberhalb der bestehenden Mauer und orientiert sich in Richtung Gartenanlage. Die Übergänge nehmen sich in ihrer Materialität zurück und erzeugen durch gewisse Spiegelungen und Transparenz eine gewünschte Durchlässigkeit.

Mit der kompakten Gebäudekubatur wird ein optimales Verhältnis von Gebäudehülle zu konditioniertem Gebäudevolumen erreicht und somit der Transmissionswärmeverlust reduziert. Die massive Stahlbetonkonstruktion generiert zudem thermisch wirksame Speichermasse. Raumlufttechnischen Anlagen, welche die Magazinräume gemäß den klimatischen Anforderungen versorgen, werden im Sinne der Nachhaltigkeit mit hocheffizienten Wärme- bzw. Energierückgewinnungssystemen ausgestattet. Lediglich in den Arbeitsräumen werden Heizkörper für eine nutzerabhängige Klimatisierung vorgesehen. Mit allen getroffenen Maßnahmen wird ein energieoptimiertes Gesamtkonzept erreicht.

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